05.08.2018 Frankfurt Citytriathlon steht bei uns im Race Kalender

Bis dahin noch alles gut, wie immer wird nach der Arbeit gepackt und wie immer klappt der Zeitplan hier in Karlsruhe um 18:00 Uhr loszufahren wieder nicht. Völlig normal😊 schon bei der Hinfahrt Schrecksekunden. Chris fragt mich nochmal ab ob ich alle habe. Bei der Frage ob ich für mein Trinksystem alles habe wird mir ganz anders. „Mist“ denke ich, das Zwischenstück zum befestigen des Trinksystems, daran kann ich mich nicht erinnern es eingepackt zu haben. Es wird ein heißer Wettkampf, daher Trinksystem vorne ein Muss. Also anhalten, nachschauen – ok doch alles da, erleichtert geht es weiter.

In Frankfurt angekommen schon das erste Problem – Wo parken wir? Kostenfreie Parkplätze sind Mangelware, genervt checken wir im Hotel ein.
Positiv: das Zimmer hat eine Klimaanlage, bei den Temperaturen ein Traum. Also schlafen wir wenigstens gut. Negativ: das Zimmer ist wieder ganz oben…

Frankfurt als Stadt löst bei mir Erinnerungen an meinen ersten Ironman aus. Und für mich ist es das kleine New York. Doch auch hier denke ich an das Chaos vorm Ironman mit den Shuttle Bussen, die Hitze und der Tag davor an dem wir völlig fertig wieder ins Hotel kamen.

Am nächste Tag geht’s erstmal zur Wettkampfbesprechung. Um uns rum nur peinliche aufgescherte Triathleten.
Manchmal schäme ich mich echt auch einer davon zu sein. Die Besprechung ist echt hilfreich denn jetzt schon kommt Panik in mir hoch… 4 Runden in der Stadt zu fahren, selber zählen was wenn ich ne Runde zu viel oder wenig fahre…… ich kenne mich da gut genug und mir ist dass alles schon passiert *g*. Naja mit Tacho und Köpfchen einschalten wird das schon. Dann wieder das Logistik Problem Laufbeutel muss am Vortag abgegeben werden und Rad kann man am Vortag oder am Renntag einchecken.
Wir sind unentschlossen, mein Kopf ist voll meine Beine schwer mein Körper irgendwie im Ruhemodus. Ich fühle mich überfordert eine richtige Entscheidung zu treffen. Mit Shuttlebus zum Start morgens um 5 oder mit dem Rad.
Entscheidung gefallen: wir fahren mit Sack und Pack morgens mit dem Rad. Irgendwie sagt alles in mir starte nicht du bist nicht fit…. Doch gemeldet ist gemeldet und dafür sind ja manche Wettkämpfe da, ein Formcheck. Wir wollen nochmal laufen und aufs Rad. Laufen ganz ok aber fühlt sich alles schwer fällig an. Kurz bevor wir aufs Rad wollen Platzregen. Also wird aus der Probefahrt erstmal nix.
Dann nach einer Stunde wieder blauer Himmel und Sonne. Plan ist mit dem Rad zu Pizzeria zu fahren. Wie es natürlich kommen muss verschalte ich mich bei einer der vielen  Ampeln – klack Kette springt runter verkeilt sich, Ärger vorprogrammiert. Völlig unnötig. Panik kommt hoch was wenn die Kette gerissen oder was am Schaltwerk verbogen ist. Aber so weit so gut, Chris löst das Problem wieder, ist aber ziemlich stinkig auf mich – kann ich nachvollziehen.
Nach der Henkersmahlzeit folgt dann eine kurze Nacht. Um 4 Uhr klingelt der Wecker. Ich wache mit einem immer noch mulmigem Gefühl auf und mache mich fertig und versuche zumindest den Racemodus einzustellen. Wiedermal zu spät fahren wir dann kurz nach 5 Uhr im Dunkeln an den See. Dass es noch dunkel ist haben wir auch nicht bedacht. Gut dann mal auf der Bundesstraße 13 km zum See. Wieder Panik, denn ich habe das Gefühl wir kommen zu spät, was allerdings völlig Blödsinn ist, denn Chris hat immer alles im Griff und strahlt ruhe aus!
Heil angekommen checken wir ein. Die WZ ist riesig, Chaos herrscht da schon alle Athleten hin und her wuseln, alle sehen so fit und motiviert aus. Mir ist eher zum Heulen, aber ich weiß sobald der Startschuss fällt und ich schwimme nimmt alles schon irgendwie seinen Lauf. Noch kurz ins Wasser und dann geht Chris auch schon zum Start da er bei den Top 100 Startern ist welche mit einem Massenstart starten.
Ich bin beim Rolling Start dabei und merke, dass ich viel zu weit vorne stehe. Egal ich will da jetzt rein und den Tag rumbekommen.
Zack, ich bin im Wasser uns schwimme einfach los, von hinten kommen natürlich allem anderen schnelleren Schwimmer. Immer wieder der Gedanken und der Versuch da bleibe ich einfach dran. Bei Schwimmer Nr. 5 gebe ich auf und schwimme halt einfach, ärgere mich wieder warum ich einfach nicht schneller schwimmen kann obwohl ich doch auch die selbe Bewegung mache wie die anderen. Naja nach einer Ewigkeit komme auch ich endlich aus dem Langener Waldsee raus. Mache noch paar Sekunden gut indem ich den 1 km langen Weg zu meinem Rad renne, nein Sprinte und das mit Helm und Radschuhen. Total bescheuert. Ab aufs Rad und los geht es.
„Verdammt ist das Windig heute, weiter treten….“ Irgendwie fühlt es sich nicht wie sonst auf dem Rad an. Ich bekomme einfach nicht den nötigen Druck drauf. Die erste Runde versuche ich mir einzuprägen da viele Passagen eng kurvig mit Gullys und mit Kurven sind. Trotz allem fahre ich mich nach vorne. Bei Runde drei kommt Chris von hinten angedüst. „Toll jetzt werde ich auch noch überrundet.“ Ein Blick aufs Wattmessgerät motiviert mich wieder zum Treten. Ich schaffe es nach meinen gefahrenen Runden richtig abzubiegen um endlich in die WZ 2 zu kommen. Die ersten Schritte barfuß fühlen sich katastrophal an. Aber hier kommt dann doch bissel Freude auf. Bring das Ding heim nur noch laufen. Die erste Runde fühlt sich gut an und ich merke, dass die Beine mitmachen. Der Magen auch aber ich habe Hunger.
Ein Blick auf die Uhr verrät mir, laufen wird gut. Es gibt leider kaum was zum Kühlen keine Schwämme wenig Wasser… „muss so gehen.“ Geht auch.
Ich freue mich als ich in meiner dritten Runde an der Zweitplatzierten Frau vorbeilaufe…… allerdings darf sie in den Zielkanal ich muss nochmal auf die Strecke. Egal, ich laufe auf jeden Fall schneller als sie, ein kleiner Trost.

So dann wäre der Citytriathlon in 4:26 h als 5 Frau und AK Sieg geschafft. Jetzt kommt bestimmt was jammert die denn ……. Aber für mich steht an erster Stelle Spaß haben und den hatte ich definitiv nicht. Ich habe ein Training absolviert und gut gemeistert. Aber ich erinnere mich an meinen Ironman in Südafrika wo ich mich Bombe gefühlt habe und selbst meiner erster IM hier in Frankfurt. Das gestern war so ein ich zieh das durch Ding. OK ich bin schon stolz und auch zufrieden aber immer wieder die Frage warum kann ich denn nicht schwimmen, es würde einiges leichter machen. Aber vielleicht laufen gerade deshalb die anderen Disziplinen so gut? Wer weiß…
Jetzt freue ich mich umso mehr auf mein Rennen auf Big Island und dort steht genießen, Spaß haben und Kona rocken an erster Stelle.

Und man muss sich auch eingestehen das nicht jeder Wettkampf glücklich macht. Es gibt auch Tage an denen man einfach durchziehen muss und der Wettkampf zum Teil mehr im Kopf stattfindet als auf der Straße.
Das ist auch ein Zeichen, dass es umso wichtiger ist mal abzuschalten, sich Ruhe zu gönnen und mal einfach die Seele baumeln zu lassen.

War mal wieder viel von mir…das liegt wohl daran das Chris einfach sein Ding abspult und seine Geschichte mit einem Satz erledigt gewesen wäre *g*
„Morgens viel Trubel, schwimmen lief mal wieder überhaupt nicht, auf dem Rad konnte ich 90 % Abrufen und Laufen war ok, ist aber noch verbesserungswürdig – alles in allem bin ich aber mit dem 8. Gesamtplatz, 3. in der AK und einer Zeit von 03:53:37 zufrieden“

So stelle ich mir seinen Kommentar vor – knapp, direkt und sachlich – und natürlich nicht zufrieden…so ist er halt, immer gibt es was zu verbessern.